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Dienstag, 6. Januar 2009

Neuerscheinung

Stefan-Offenbecher-1000


Offenbecher, Stefan
Kontrastströme
Gedichte
ca. 113 Seiten, 180g, Gebunden
ISBN-Nr.978-3-940756-31-2
2.HJ - Oktober 2008
Preis: 14,90 €

Stefan Offenbecher ist waschechter Krebsmensch. 1973 in Soltau geboren, ist er im Süden Deutschland aufgewachsen. Nach der Schulzeit machte er zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann, die ihn aber nicht sonderlich befriedigte. Zivildienst und Bundeswehr - das kennt er beides, weil er sich erst nach 5 Monaten Dienst an der Waffe für den Zivildienst entschloss. Ein doppelter Glücksfall. Neben seiner persönlich wichtigen Entwicklung zur gleichgeschlechtlichen Liebe während der Bundeswehrzeit führte in sein beruflicher Weg später nach Stuttgart. Seitdem ist er in einer karikativen Einrichtung bis heute begeistert tätig. Wie er auch heute noch sagt: "Es passte alles wie angegossen." Während Stefan Offenbecher in seinem
ersten Gedichteband "Bordsteingespräche" in direkter und unaufgesetzter Sprache den Fokus seiner Texte auf Toleranz und menschliche Zwischentöne legte,ist es in den "Kontrastströmen" etwas nachdenklicher und undurchsichtiger geworden. Seine Verse tauchen ein in die Trickkiste des täglichen Lebens, finden Widersprüche und Kontraste, die nicht nur seinen Gedichten Fluss und Farbe geben. Gerade die kleinen Unterschiede, die uns täglich über den Weg laufen sind unsere lebhaftesten und anhänglichsten Gefährten. Sie kommen und gehen - wie alles andere auch.

http://www.wiesenburgverlag.de

http://derbauchschreiber.wordpress.com/2009/

Die Lösung

Kurt Tucholsky


Wenn was nicht klappt, wenn was nicht klappt,
dann wird vor allem mal nicht berappt.
Wir setzen frisch und munter
die Löhne, die Löhne herunter –
immer runter!
Wir haben bis über die Ohren
bei unsern Geschäften verloren ...
Unser Geld ist in allen Welten:
Kapital und Zinsen und Zubehör.
So lassen wir denn unser großes Malheur
nur einen, nur einen entgelten:
Den, der sich nicht mehr wehren kann,
Den Angestellten, den Arbeitsmann;
den Hund, den Moskau verhetzte,
dem nehmen wir nun das Letzte.
Arbeiterblut muß man keltern.
Wir sparen an den Gehältern –
immer runter!
Unsre Inserate sind nur noch ein Hohn.
Was braucht denn auch die deutsche Nation
sich Hemden und Stiefel zu kaufen?
Soll sie doch barfuß laufen!
Wir haben im Schädel nur ein Wort:
Export! Export!
Was braucht ihr eignen Hausstand?
Unsre Kunden wohnen im Ausland!
Für euch gibts keine Waren.
Für euch heißts: sparen! sparen!
Nicht wahr, ein richtiger Kapitalist
hat verdient, als es gut gegangen ist.
Er hat einen guten Magen,
Wir mußten das Risiko tragen ...
Wir geben das Risiko traurig und schlapp
inzwischen in der Garderobe ab.

Was macht man mit Arbeitermassen?
Entlassen! Entlassen! Entlassen!
Wir haben die Lösung gefunden:
Krieg den eignen Kunden!
Dieweil der deutsche Kapitalist
Gemüt hat und Exportkaufmann ist.
Wußten Sie das nicht schon früher –?
Gott segne die Wirtschaftsverführer!

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Sozialkritische Gedichte

Lyrik Art, Jim Pfeffer

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