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Samstag, 14. März 2009

Lied der Großindustriellen

Ludwig Thoma

Wir lieben dieses Vaterland!
Doch fesselt uns ein schön'res Band
Viel stärker, unvergleichlich zäh
Ans Portemonnaie.

Die Treue unserm Königshaus,
Wir hängen sie beim Sekt heraus,
Indes noch immer hat das Prae
Das Portemonnaie.

An Gott im Himmel glauben wir.
Wär Er dem Volk nicht mehr 's Panier,
Wer wüsste dann, was wohl geschäh'
Dem Portemonnaie?

So lebt sich's gut bei dem System,
Wir ändern es auch je nachdem,
Wenn man wo einen Vorteil säh'
Fürs Portemonnaie.

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Nicht artig

Wilhelm Busch


Man ist ja von Natur kein Engel,
Vielmehr ein Welt- und Menschenkind.
Und ringsumher ist ein Gedrängel
Von solchen, die dasselbe sind.

In diesem Reich geborner Flegel,
Wer könnte sich des Lebens freun,
Würd’ es versäumt, schon früh die Regel
Der Rücksicht kräftig einzubleun.

Es saust der Stock, es schwirrt die Rute.
Du darfst nicht zeigen, was du bist.
Wie schad, o Mensch, daß dir das Gute
Im Grunde so zuwider ist!

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Seele

Gustav Falke, 1902

Dämmerung löscht die letzten Lichter,
Noch ein irrer Schall und Schein,
Und die Nacht hüllt dicht und dichter
Alles Leben ein.

Und die Erde will nun schlafen;
Aber ruhelos bist du,
Steuerst aus dem stillen Hafen
Deinen Sternen zu.

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Sozialkritische Gedichte

Lyrik Art, Jim Pfeffer

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