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Mittwoch, 15. April 2009

Der Tambour

Adolf Glaßbrenner

Vor Zeiten war ein Herzog hoch,
Der wohl sein armes Land betrog;
Der war bei seinem Volk verhaßt,
Als wie der Gottseibeiuns fast.

Da plötzlich schon früh Morgens stund
Ein Tambour in des Schlosses Rund,
Der hatte gar ein bleich Gesicht,
Und blickte stier, wie Menschen nicht.

Der trommelte in wildem Drang,
Daß wohl dem Besten wurde bang:
Rundherum, rundherum am Thron
Rebellion, Rebellion, Rebellion!

Dem Herzog fährt es durch den Leib;
Er zittert wie ein schwaches Weib;
Kaum hat er Kraft zu diesem Wort:
Schafft mir den bleichen Tambour fort.

Der Tambour trommelt immerzu,
Und sonder Rast und sonder Ruh':
Rundherum, rundherum am Thron
Rebellion, Rebellion, Rebellion!

Es lauft hinab die Höflingsschaar;
Sie fand nicht, wo der Schrecken war;
Hat Nichts gesehn, hat Nichts gehört,
Und glaubt, der Herzog sei bethört.

Der Tambour trommelt immer zu,
Und sonder Rast und sonder Ruh:
Rundherum, rundherum am Thron
Rebellion, Rebellion, Rebellion!

Der Herzog wurde matt und krank,
Es klang ihm schon wie Grabgesang;
Er schrie vor Schmerz, er schrie vor Wuth,
Verzweifelt war sein böser Muth:

Der Tambour trommelt immerzu,
Und sonder Rast und sonder Ruh:
Rundherum, rundherum am Thron
Rebellion, Rebellion, Rebellion!

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Sozialkritische Gedichte

Lyrik Art, Jim Pfeffer

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