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Alfred Lichtenstein

Dienstag, 20. Januar 2009

Die Wehmut

Alfred Lichtenstein

Ich hab’ einen Hass, einen grimmigen Hass
Und weiß doch selbst nicht recht auf was.
Ich bin so elend, so träge und faul
Wie ’n abgeschundner Ackergaul.
Ich hab’ einen bösen Zug im Gesicht.
Mir ist niemand Freund, ich will es auch nicht.
Ich hab’ eine Wut auf die ganze Welt.
In der mir nicht mal mehr das Laster gefällt.
Und schimpfe und fluche, ich oller Tor
Und komme mir sehr dämonisch vor.

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Dienstag, 14. Oktober 2008

Die Dämmerung

Alfred Lichtenstein


Ein dicker Junge spielt mit einem Teich.
Der Wind hat sich in einem Baum gefangen.
Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich,
Als wer ihm die Schminke ausgegangen.

Auf lange Krücken schief herabgedrückt
Und schwatzend kriechen auf dem Feld zwei Lahme.
Ein blonder Dichter wird vielleicht verrückt.
Ein Pferdchen stolpert über eine Dame.

An einem Fenster klebt ein fetter Mann.
Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen.
Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an.
Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.


Quelle: http://hor.de

Sozialkritische Gedichte

Lyrik Art, Jim Pfeffer

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