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Florian Scharf

Montag, 29. Juni 2009

Rolltreppenpanik

Florian Scharf

Deichmanns neue Geoxschuhe
verfangen sich in den Rillen
der gestuften Laufbänder,
die Menschen forttragen
von ihrer Identität.

Gefangen von maximalistischem
Materialismus fressen sie
Fastfoodketten leer, um dann
ihr Leben zu investieren,
wo sich Worte in Slogans prostituieren.
Ihr glaubt wohl noch an Geld!

Und vor den Ladentüren, die sich
wie Müllcontainerklappen auf-
und zuschieben, stehen Männer
wie Hunde, als wär‘ in Mekka heut‘
kein Platz für Kapitalismuswölfe.


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Montag, 18. Mai 2009

Gesichtsmontage

Florian Scharf

Kaufhausgesichter – unter
einhundert Fotos die traurigsten,
Ostblockwiderhall – in Westberlin,
als wäre ihnen das Lachen
aus dem Gesicht geschnitten.

Was tut man nicht, um teuer zu
hassen und nicht blöd zu sein,
zwischen Verkäufergrimassen,
diesen Diplomkapitalisten.

Kaufhausgesichter – sind
Verfremdungen, unter
allen die entartetsten vielleicht,
weil sie als Aliens aus dem
gläsernen Aufzug stiegen.

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Sozialkritische Gedichte

Lyrik Art, Jim Pfeffer

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