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Gustav Sack

Dienstag, 30. Juni 2009

Die Welt

Gustav Sack

Aus eins ward zwei, dann strichen wir die zwei
und schrieben: wahrlich! es ist eine Welt,
die in sich Stoff und Geist zusammen hält,
und auch kein Pfaffe bricht sie mehr entzwei.

Dann aber: es ist alles Bilderei,
was sich so bunt vor unsre Sinne stellt,
ein X, von dem niemals der Schleier fällt,
ja unsre Sinne selbst sind Malerei,

die Welt, das Ding, die Folge, Zeit und Raum
alles ein schwerer, rätselwirrer Traum.
Und heute schreit man laut auf allen Gassen:

nein, sie ist da, ist harte Wirklichkeit - -
fortrollt die Welt im wilden Strom der Zeit,
wir rollen mit und können sie nicht fassen.

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Samstag, 25. Oktober 2008

Der Prolet

Gustav Sack

Was treibt dich, dieses Leben fortzufahren,
Prolet in deinem schmierigen Gewand,
nachdem der Wollust jugendlicher Brand
erlosch nach allzu schnell verrauschten Jahren?

Hohläugig, hager, mit ergrauten Haaren,
so stehst du vor dir selber angespannt
und schleppst dich in ein sonnenloses Land,
um dich zuletzt dem Ekel zu verpaaren

und in der nächsten Pfütze zu verenden.
O könntest du den Blick noch einmal heben,
o könnt ich dir mit meinen weißen Händen

der Rache Fackelbrände übergeben,
daß sie in einem seligen Berschwenden
verzehrten uns und dein zertretnes Leben!

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Sozialkritische Gedichte

Lyrik Art, Jim Pfeffer

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