[>>]

Hoffmann von Fallersleben

Freitag, 12. Juni 2009

An die Gegenwartvergötterer

Hoffmann von Fallersleben


Ach ! wir sind zu sehr befangen
in der eigenen Schlechtigkeit,
daß wir immer noch verlangen
immer nach der besseren Zeit.

Doch wir wollen uns bestreben,
wollen tun, wie ihr es tut,
und so ganz dem Guten leben
ohne allen Zweifelsmut.

Und wir wollen nicht mehr streiten,
wollen sehen, wie ihr es seht;
O wie gut sind unsere Zeiten,
und wie gut doch alles geht !

Gut ist alles, was bestehet,
und wie gut, daß ihr noch bleibt,
und für uns noch hört und sehet,
und für uns noch denkt und schreibt !


Quelle: http://gedichte.xbib.de

Mittwoch, 29. April 2009

Niemandes Herr, Niemandes Knecht

Hoffmann von Fallersleben

Zum Amboß hielt ich mich zu schlecht,
zum Hammer war ich euch nicht recht.
So bin ich Amboß nicht noch Hammer
und rufe frei von Herzensjammer:
So ist es gut, so ist es recht,
Niemandes Herr, Niemandes Knecht !

Fliegt frei der Vogel durch das Feld,
so ist noch sein die ganze Welt.
Müßt‘ er im goldenen Käfig hocken,
er würde schwerlich dort frohlocken:
So ist es gut, so ist es recht,
Niemandes Herr, Niemandes Knecht !

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Donnerstag, 23. April 2009

Sie und Ich

Hoffmann von Fallersleben

Ihr seid die Herrn der Schlösser und Paläste,
zu Haus bei Gold und Edelstein:
Ich bin ein Fremdling, bin ein Gast der Gäste,
nicht einen Grashalm nenn ich mein.

Doch mir gehört die hohe Himmelsfeste,
der Frühling und der Sonnenschein:
Behaltet eure Schlösser und Paläste !
Ich singe - und die Welt ist mein.

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Dienstag, 31. März 2009

Wir wollen es nicht haben

Hoffmann von Fallersleben

Wir sollen hübsch im Paradiese bleiben
und uns wie‘s Adam tat die Zeit vertreiben,
und keine Bücher lesen, keine schreiben -
wir sollen hübsch im Paradiese bleiben.

Wir sollen vom Erkenntnisbaum nicht essen,
uns freu´n an allem was uns zugemessen,
und des Gebotes nimmermehr vergessen:
Wir sollen vom Erkenntnisbaum nicht essen.

Das Paradies hat uns nur stets verdrossen,
wie gerne sind wir davon ausgeschlossen!
Drum haben wir von diesem Baum genossen -
das Paradies hat uns nur stets verdrossen.

Du Paradies der Diener und Soldaten,
leb wohl, du Jagdrevier der Potentaten,
wir wollen dein auf ewig nun entraten,
Du Paradies der Diener und Soldaten!

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Samstag, 21. März 2009

Pfaffen

Hoffmann von Fallersleben

Ihr seid nicht Christen, seid nur Pfaffen,
seid nicht des Heilands Ebenbild;
ihr führte nicht der Liebe Waffen
und traget nicht der Demut Schild.

Der Heiland hat der Welt den Frieden,
und nur der Sünde Krieg gebracht:
Ihr aber habt zum Krieg hienieden
die ganze Menschheit angefacht.

Ihr kreuzigt täglich noch den Heiland;
erschien' er , wie er einst erschien,
Ihr rieft wie die Juden weiland
und lauter nur: Ha, kreuzigt ihn !


Quelle: http://gedichte.xbib.de

Langweilig und schlecht

Hoffmann von Fallersleben, 1841
(Aus der Sammlung Unpolitische Lieder II)


Wie ist die Willkür und Gewalt
doch in der Welt gemein!
Die Welt ist schon so klug und alt
und muß doch dienstbar sein!
Wann bricht der Freiheit goldener Strahl
in unsere Nacht hinein?
Wann endet unser Joch einmal,
wann unsere Not und Pein?
O weh! O weh!
Wann unsere Not und Pein?

Geduld ist unsere Fröhlichkeit,
Gehorsam unser Glück,
und niemals kommt Zufriedenheit
in unsere Welt zurück.
Wohl anders wird es jeden Tag,
doch besser wird es nie.
Wer das ein Glück noch nenne mag,
ist dumm wie‘ s liebe Vieh,
o weh! O weh!
Ist dumm wie‘ s liebe Vieh.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Sehnsucht nach dem Frühling

Hoffmann von Fallersleben

O wie ist es kalt geworden
und so traurig, öd' und leer!
Rauhe Winde wehn von Norden,
und die Sonne scheint nicht mehr.

Auf die Berge möcht' ich fliegen,
möchte sehn ein grünes Tal,
möcht' in Gras und Blumen liegen
und mich freun am Sonnenstrahl.

Möchte hören die Schalmeien
und der Herden Glockenklang,
möchte freuen mich im Freien
an der Vögel süßem Sang.

Schöner Frühling, komm doch wieder,
lieber Frühling, komm doch bald,
bring uns Blumen, Laub und Lieder,
schmücke wieder Feld und Wald!

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Mittwoch, 28. Januar 2009

Eile mit Weile

Hoffmann von Fallersleben

Ja, immer größer wird die Eile:
Man sucht Gewinn, man will Genuß,
Doch bleibet uns an Langeweile
noch immer großer Überfluß.

Und fliegst du wie ein Vogel, fliege !
Die Langeweile läßt nicht ab;
Sie lag mit Dir schon in der Wiege,
Sie geht mit Dir auch in das Grab.

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Freitag, 24. Oktober 2008

Lied der Unfähigen

Hoffmann von Fallersleben

Es saust der Wind, es braust das Meer,
wir wollen nicht erzittern:
Das Recht ist unsere Waff´ und Wehr´,
wir stehen wie der Fels im Meer
trotz Sturm und Ungewittern

Viel Feind, viel Ehr´! ist unser Spruch
in gut´ und bösen Tagen.
Der Feinde List, der Feinde Dräun
heißt uns den edlen Kampf erneun,
wir wollen´ s ferner wagen.

Es saust der Wind, es braust das Meer,
es kommt der Tag der Rache,
und über allem Lug und Trug
schwebt siegreich einst in stolzem Flug
unsere gerechte Sache.

Quelle: http://www.von-fallersleben.de

Montag, 29. September 2008

Der ewige Demagog

Hoffmann von Fallersleben


Schleppt den Frühling in den Kerker
denn er ist ein Demagog
weil er der gewohnten Herrschaft
seines Vaters entzog
Uns um unsere langen Nächte
und den schönen Schlaf betrog
Schleppt den Frühling in den Kerker
denn er ist ein Demagog

Schleppt den Frühling in den Kerker
der die Welt in Aufruhr bringt
Bäche rauschen, Bäume flüstern
jeder Vogel zirpt und singt
und auch in die Menschenherzen
wunderbare Regung dringt
Schleppt den Frühling in den Kerker
der die Welt in Aufruhr bringt

Schleppt den Frühling in den Kerker
setzt den Winter auf den Thron
Legitim ist nur der Winter
und ein Demagog sein Sohn
Dieser aber will nichts weiter
nichts als Revolution
Schleppt den Frühling in den Kerker
setzt den Winter auf den Thron

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Sozialkritische Gedichte

Lyrik Art, Jim Pfeffer

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Mein

Impressum/Kontakt

Dichter/innen

Sozialkritische Gedichte

twoday.net

Aktuelle Beiträge

An die Conventionellen
Arno Holz Ihr habt genug mein armes Hirn gebüttelt, Ich...
JimPfeffer - 29. Dez, 11:41
Eroberungssucht
Johann Gottfried Herder Weh euch ihr Prinzen, die...
JimPfeffer - 28. Dez, 11:21

Suche

 

Mein Lesestoff


Gedichtekarussell Nr.5
Licht und Schatten


Gedichtekarussell
Erwacht aus einem Traum


Angelika Scholz, Reiner Kranz
Deine Stimme hing in den Bäumen


Erich Kästner
Gedichte


Erich Fromm
Die Kunst des Liebens