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    <title>Sozialkritische Gedichte (Lyrik Art, Jim Pfeffer) : Rubrik:Kurt Tucholsky</title>
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    <description>Lyrik Art, Jim Pfeffer</description>
    <dc:publisher>JimPfeffer</dc:publisher>
    <dc:creator>JimPfeffer</dc:creator>
    <dc:date>2009-12-29T10:41:45Z</dc:date>
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    <title>Sozialkritische Gedichte</title>
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  <item rdf:about="http://jimpfeffer.twoday.net/stories/6079852/">
    <title>Drei Minuten Gehör!</title>
    <link>http://jimpfeffer.twoday.net/stories/6079852/</link>
    <description>&lt;i&gt;Kurt Tucholsky&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Minuten Gehör will ich von euch, die ihr arbeitet-!&lt;br /&gt;
Von euch, die ihr den Hammer schwingt,&lt;br /&gt;
von euch, die ihr auf Krücken hinkt,&lt;br /&gt;
von euch, die ihr die Feder führt,&lt;br /&gt;
von euch, die ihr die Kessel schürt,&lt;br /&gt;
von euch, die mit treuen Händen&lt;br /&gt;
dem Manne ihre Liebe spenden -&lt;br /&gt;
von euch, den Jungen und den Alten - :&lt;br /&gt;
Ihr sollt drei Minuten inne halten.&lt;br /&gt;
Wir sind ja nicht unter Kriegsgewinnern.&lt;br /&gt;
Wir wollen uns einmal erinnern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Minute gehöre dem Mann.&lt;br /&gt;
Wer trat vor Jahren in Feldgrau an?&lt;br /&gt;
Zu Hause die Kinder - zu Hause weint Mutter...&lt;br /&gt;
Ihr: feldgraues Kanonenfutter -!&lt;br /&gt;
Ihr zogt in den lehmigen Ackergraben.&lt;br /&gt;
Dort saht ihr keinen Fürstenknaben:&lt;br /&gt;
der soff sich einen in der Etappe&lt;br /&gt;
und ging mit den Damen in die Klappe.&lt;br /&gt;
Ihr wurdet geschliffen. Ihr wurdet gedrillt.&lt;br /&gt;
Wart ihr noch Gottes Ebenbild?&lt;br /&gt;
In der Kaserne - im Schilderhaus&lt;br /&gt;
wart ihr niedriger als die schmutzigste Laus.&lt;br /&gt;
Der Offizier war eine Perle,&lt;br /&gt;
aber ihr wart nur &quot;Kerle&quot;!&lt;br /&gt;
Ein elender Schieß- und Grüßautomat.&lt;br /&gt;
&quot;Sie Schwein! Hände an die Hosennaht -!&quot;&lt;br /&gt;
Verwundete mochten sich krümmen und biegen:&lt;br /&gt;
kam ein Prinz, dann hattet ihr stramm zu liegen.&lt;br /&gt;
Und noch im Massengrab wart ihr die Schweine:&lt;br /&gt;
Die Offiziere lagen alleine!&lt;br /&gt;
Ihr wart des Todes billige Ware...&lt;br /&gt;
So ging das vier lange blutige Jahre.&lt;br /&gt;
Erinnert ihr euch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Minute gehöre der Frau.&lt;br /&gt;
Wem wurden zu Hause die Haare grau?&lt;br /&gt;
Wer schreckte, war der Tag vorbei,&lt;br /&gt;
in den Nächten auf mit einem Schrei?&lt;br /&gt;
Wer ist es vier Jahre hindurch gewesen,&lt;br /&gt;
der anstand in langen Polonaisen,&lt;br /&gt;
indessen Prinzessinnen und ihre Gatten&lt;br /&gt;
alles, alles, alles hatten - -?&lt;br /&gt;
Wem schrieben sie einen kurzen Brief,&lt;br /&gt;
dass wieder einer in Flandern schlief?&lt;br /&gt;
Dazu ein Formular mit zwei Zetteln...&lt;br /&gt;
Wer musste hier um die Renten betteln?&lt;br /&gt;
Tränen und Krämpfe und wildes Schrein.&lt;br /&gt;
Er hatte Ruhe. Ihr wart allein.&lt;br /&gt;
Oder sie schickten ihn, hinkend am Knüppel,&lt;br /&gt;
euch in die Arme zurück als Krüppel.&lt;br /&gt;
So sah sie aus, die wunderbare&lt;br /&gt;
Große Zeit - vier lange Jahre...&lt;br /&gt;
Erinnert ihr euch -?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Minute gehört den Jungen!&lt;br /&gt;
Euch haben sie nicht in die Jacken gezwungen!&lt;br /&gt;
Ihr wart noch frei! Ihr seid heute frei!&lt;br /&gt;
Sorgt dafür, dass es immer so sei!&lt;br /&gt;
An euch hängt die Hoffnung. An euch das Vertraun&lt;br /&gt;
von Millionen deutschen Männern und Fraun.&lt;br /&gt;
Ihr sollt nicht strammstehen. Ihr sollt nicht dienen!&lt;br /&gt;
Ihr sollt frei sein! Zeigt es ihnen!&lt;br /&gt;
Und wenn sie euch kommen und drohn mit Pistolen -:&lt;br /&gt;
Geht nicht! Sie sollen euch erst mal holen!&lt;br /&gt;
Keine Wehrpflicht! Keine Soldaten!&lt;br /&gt;
Keine Monokel- Potentaten!&lt;br /&gt;
Keine Orden! Keine Spaliere!&lt;br /&gt;
Keine Reserveoffiziere!&lt;br /&gt;
Ihr seid die Zukunft!&lt;br /&gt;
Euer das Land!&lt;br /&gt;
Schüttelt es ab, das Knechtschaftsband!&lt;br /&gt;
Wenn ihr nur wollt, seid ihr alle frei!&lt;br /&gt;
Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei!&lt;br /&gt;
Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!&lt;br /&gt;
- Nie wieder Krieg -!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle : &lt;a href=&quot;http://gedichte.xbib.de&quot;&gt;http://gedichte.xbib.de&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>JimPfeffer</dc:creator>
    <dc:subject>Kurt Tucholsky</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 JimPfeffer</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-07T09:45:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jimpfeffer.twoday.net/stories/5839137/">
    <title>Die freie Wirtschaft</title>
    <link>http://jimpfeffer.twoday.net/stories/5839137/</link>
    <description>&lt;i&gt;Kurt Tucholsky&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr sollt die verfluchten Tarife abbauen.&lt;br /&gt;
Ihr sollt auf euern Direktor vertrauen.&lt;br /&gt;
Ihr sollt die Schlichtungsausschüsse verlassen.&lt;br /&gt;
Ihr sollt alles Weitere dem Chef überlassen.&lt;br /&gt;
Kein Betriebsrat quatsche uns mehr herein,&lt;br /&gt;
wir wollen freie Wirtschaftler sein!&lt;br /&gt;
Fort die Gruppen - sei unser Panier!&lt;br /&gt;
Na, ihr nicht.&lt;br /&gt;
Aber wir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr braucht keine Heime für eure Lungen,&lt;br /&gt;
keine Renten und keine Versicherungen.&lt;br /&gt;
Ihr solltet euch allesamt was schämen,&lt;br /&gt;
von dem armen Staat noch Geld zu nehmen!&lt;br /&gt;
Ihr sollt nicht mehr zusammen stehn -&lt;br /&gt;
wollt ihr wohl auseinander gehn!&lt;br /&gt;
Keine Kartelle in unserm Revier!&lt;br /&gt;
Ihr nicht.&lt;br /&gt;
Aber wir.&lt;br /&gt;
Wir bilden bis in die weiteste Ferne&lt;br /&gt;
Trusts, Kartelle, Verbände, Konzerne.&lt;br /&gt;
Wir stehen neben den Hochofenflammen&lt;br /&gt;
in Interessengemeinschaften fest zusammen.&lt;br /&gt;
Wir diktieren die Preise und die Verträge -&lt;br /&gt;
kein Schutzgesetz sei uns im Wege.&lt;br /&gt;
Gut organisiert sitzen wir hier -&lt;br /&gt;
Ihr nicht.&lt;br /&gt;
Aber wir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ihr macht, ist Marxismus. Nieder damit!&lt;br /&gt;
Wir erobern die Macht, Schritt für Schritt.&lt;br /&gt;
Niemand stört uns. In guter Ruh&lt;br /&gt;
sehn Regierungssozialisten zu.&lt;br /&gt;
Wir wollen euch einzeln. An die Gewehre!&lt;br /&gt;
Das ist die neuste Wirtschaftslehre.&lt;br /&gt;
Die Forderung ist noch nicht verkündet,&lt;br /&gt;
die ein deutscher Professor uns nicht begründet.&lt;br /&gt;
In Betrieben wirken für unsere Idee&lt;br /&gt;
die Offiziere der alten Armee,&lt;br /&gt;
die Stahlhelmleute, Hitlergarden -&lt;br /&gt;
Ihr, in Kellern und in Mansarden,&lt;br /&gt;
merkt ihr nicht, was mit euch gespielt wird?&lt;br /&gt;
mit wessen Schweiß der Gewinn erzielt wird?&lt;br /&gt;
Komme, was da kommen mag.&lt;br /&gt;
Es kommt der Tag,&lt;br /&gt;
da ruft der Arbeitspionier:&lt;br /&gt;
&quot;Ihr nicht.&lt;br /&gt;
Aber Wir. Wir. Wir.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &lt;a href=&quot;http://gedichte.xbib.de&quot;&gt;http://gedichte.xbib.de&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>gedichte-karussell</dc:creator>
    <dc:subject>Kurt Tucholsky</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 gedichte-karussell</dc:rights>
    <dc:date>2009-07-23T09:19:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jimpfeffer.twoday.net/stories/5590327/">
    <title>Zweifel</title>
    <link>http://jimpfeffer.twoday.net/stories/5590327/</link>
    <description>&lt;i&gt;Kurt Tucholsky&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sitz auf einem falschen Schiff.&lt;br /&gt;
Von allem, was wir tun und treiben,&lt;br /&gt;
und was wir in den Blättern schreiben,&lt;br /&gt;
stimmt etwas nicht. Wort und Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden schwankt. Wozu? Wofür?&lt;br /&gt;
Kunst. Nicht Kunst. Lauf durch viele Zimmer.&lt;br /&gt;
Nie ist das Ende da. Und immer&lt;br /&gt;
stößt du an eine neue Tür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja keine Wiederkehr.&lt;br /&gt;
Ich mag mich sträuben und mich bäumen,&lt;br /&gt;
es klingt in allen meinem Träumen:&lt;br /&gt;
Nicht mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie gut es die neue Schicht.&lt;br /&gt;
Sie glauben. Glauben unter Schmerzen.&lt;br /&gt;
Es klingt aus allen tapfern Herzen:&lt;br /&gt;
Noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist es schon aus? Ich warte stumm.&lt;br /&gt;
Wer sind Die, die da unten singen?&lt;br /&gt;
Aus seiner Zeit kann Keiner springen.&lt;br /&gt;
Und wie beneid ich Die, die gar nicht ringen.&lt;br /&gt;
Die habens gut.&lt;br /&gt;
Die sind schön dumm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &lt;a href=&quot;http://gedichte.xbib.de&quot;&gt;http://gedichte.xbib.de&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>JimPfeffer</dc:creator>
    <dc:subject>Kurt Tucholsky</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 JimPfeffer</dc:rights>
    <dc:date>2009-03-18T06:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jimpfeffer.twoday.net/stories/5424703/">
    <title>Die Lösung</title>
    <link>http://jimpfeffer.twoday.net/stories/5424703/</link>
    <description>&lt;i&gt;Kurt Tucholsky &lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn was nicht klappt, wenn was nicht klappt,&lt;br /&gt;
dann wird vor allem mal nicht berappt.    &lt;br /&gt;
Wir setzen frisch und munter    &lt;br /&gt;
die Löhne, die Löhne herunter             &lt;br /&gt;
immer runter!    &lt;br /&gt;
Wir haben bis über die Ohren    &lt;br /&gt;
bei unsern Geschäften verloren ...        &lt;br /&gt;
Unser Geld ist in allen Welten:    &lt;br /&gt;
Kapital und Zinsen und Zubehör.    &lt;br /&gt;
So lassen wir denn unser großes Malheur        &lt;br /&gt;
nur einen, nur einen entgelten:        &lt;br /&gt;
Den, der sich nicht mehr wehren kann,        &lt;br /&gt;
Den Angestellten, den Arbeitsmann;        &lt;br /&gt;
den Hund, den Moskau verhetzte,        &lt;br /&gt;
dem nehmen wir nun das Letzte.        &lt;br /&gt;
Arbeiterblut muß man keltern.        &lt;br /&gt;
Wir sparen an den Gehältern             &lt;br /&gt;
immer runter!    &lt;br /&gt;
Unsre Inserate sind nur noch ein Hohn.    &lt;br /&gt;
Was braucht denn auch die deutsche Nation    &lt;br /&gt;
sich Hemden und Stiefel zu kaufen?    &lt;br /&gt;
Soll sie doch barfuß laufen!    &lt;br /&gt;
Wir haben im Schädel nur ein Wort:            &lt;br /&gt;
Export! Export!    &lt;br /&gt;
Was braucht ihr eignen Hausstand?    &lt;br /&gt;
Unsre Kunden wohnen im Ausland!    &lt;br /&gt;
Für euch gibts keine Waren.    &lt;br /&gt;
Für euch heißts: sparen! sparen!    &lt;br /&gt;
Nicht wahr, ein richtiger Kapitalist    &lt;br /&gt;
hat verdient, als es gut gegangen ist.    &lt;br /&gt;
Er hat einen guten Magen,    &lt;br /&gt;
Wir mußten das Risiko tragen ...    &lt;br /&gt;
Wir geben das Risiko traurig und schlapp    &lt;br /&gt;
inzwischen in der Garderobe ab.       &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was macht man mit Arbeitermassen?        &lt;br /&gt;
Entlassen! Entlassen! Entlassen!    &lt;br /&gt;
Wir haben die Lösung gefunden:    &lt;br /&gt;
Krieg den eignen Kunden!    &lt;br /&gt;
Dieweil der deutsche Kapitalist    &lt;br /&gt;
Gemüt hat und Exportkaufmann ist.    &lt;br /&gt;
Wußten Sie das nicht schon früher ?        &lt;br /&gt;
Gott segne die Wirtschaftsverführer!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &lt;a href=&quot;http://gedichte.xbib.de&quot;&gt;http://gedichte.xbib.de&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>JimPfeffer</dc:creator>
    <dc:subject>Kurt Tucholsky</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 JimPfeffer</dc:rights>
    <dc:date>2009-01-06T06:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jimpfeffer.twoday.net/stories/5390921/">
    <title>Augen in der Großstadt</title>
    <link>http://jimpfeffer.twoday.net/stories/5390921/</link>
    <description>&lt;i&gt;Kurt Tucholsky&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du zur Arbeit gehst&lt;br /&gt;
am frühen Morgen,&lt;br /&gt;
wenn du am Bahnhof stehst&lt;br /&gt;
mit deinen Sorgen:&lt;br /&gt;
da zeigt die Stadt&lt;br /&gt;
dir asphaltglatt&lt;br /&gt;
im Menschentrichter&lt;br /&gt;
Millionen Gesichter:&lt;br /&gt;
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,&lt;br /&gt;
die Braue, Pupillen, die Lider -&lt;br /&gt;
Was war das? vielleicht dein Lebensglück...&lt;br /&gt;
vorbei, verweht, nie wieder.&lt;br /&gt;
Du gehst dein Leben lang&lt;br /&gt;
auf tausend Straßen;&lt;br /&gt;
du siehst auf deinem Gang, die&lt;br /&gt;
dich vergaßen.&lt;br /&gt;
Ein Auge winkt,&lt;br /&gt;
die Seele klingt;&lt;br /&gt;
du hast&apos;s gefunden,&lt;br /&gt;
nur für Sekunden...&lt;br /&gt;
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,&lt;br /&gt;
die Braue, Pupillen, die Lider -&lt;br /&gt;
Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück...&lt;br /&gt;
Vorbei, verweht, nie wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du mußt auf deinem Gang&lt;br /&gt;
durch Städte wandern;&lt;br /&gt;
siehst einen Pulsschlag lang&lt;br /&gt;
den fremden Andern.&lt;br /&gt;
Es kann ein Feind sein,&lt;br /&gt;
es kann ein Freund sein,&lt;br /&gt;
es kann im Kampfe dein&lt;br /&gt;
Genosse sein.&lt;br /&gt;
Er sieht hinüber&lt;br /&gt;
und zieht vorüber ...&lt;br /&gt;
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,&lt;br /&gt;
die Braue, Pupillen, die Lider -&lt;br /&gt;
Was war das?&lt;br /&gt;
Von der großen Menschheit ein Stück!&lt;br /&gt;
Vorbei, verweht, nie wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &lt;a href=&quot;http://gedichte.xbib.de&quot;&gt;http://gedichte.xbib.de&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>JimPfeffer</dc:creator>
    <dc:subject>Kurt Tucholsky</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 JimPfeffer</dc:rights>
    <dc:date>2008-12-16T06:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jimpfeffer.twoday.net/stories/5261351/">
    <title>Berliner Liebe</title>
    <link>http://jimpfeffer.twoday.net/stories/5261351/</link>
    <description>&lt;i&gt;Melodie- Kurt Tucholsky&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steht dir der Sinn nach Liebe in den Orten&lt;br /&gt;
Westend bis Köpenick:&lt;br /&gt;
Dann senk den Blick&lt;br /&gt;
und unterscheide im Objekte die drei Sorten:&lt;br /&gt;
Da gibt es Frauen mit den Scheitelhaaren,&lt;br /&gt;
gepunztes Silber auf dem falschen Busen,&lt;br /&gt;
teils im Reformkleid, teils in Eigenblusen,&lt;br /&gt;
die einmal - ach, wie weit! - fast reinlich waren&lt;br /&gt;
(jetzt dunkelweiß).&lt;br /&gt;
Bei Sturm und Regen&lt;br /&gt;
Gehen diese gern durch Wald und Flur allein,&lt;br /&gt;
das Lodenhütchen keck auf einem Ohre,&lt;br /&gt;
und sprechen mit sich selbst und mit Tagore...&lt;br /&gt;
Soll die es sein -?&lt;br /&gt;
Sie sagen Feuilletons, eh man sie legt.&lt;br /&gt;
Sie sind sehr edel.&lt;br /&gt;
Aber nicht gepflegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da gibt es solche, unten rum aus Seide,&lt;br /&gt;
im samtnen Mantel mit dem Waschbärkragen -&lt;br /&gt;
nach ihren Eltern mußt du sie nicht fragen.&lt;br /&gt;
Sie ist euch treu - und so liebt ihr drei beide.&lt;br /&gt;
Groß ausgehn nennt der Fachmann dein Getue.&lt;br /&gt;
Führ sie ins Kino, ins Theater ein!&lt;br /&gt;
Sie tanzt den neusten Schritt, kennt alle Paare,&lt;br /&gt;
Hat jeden Monat frisch gefärbte Haare...&lt;br /&gt;
Soll die es sein -?&lt;br /&gt;
Sie spricht nicht viel.&lt;br /&gt;
Doch was sie spricht, ist Kitt.&lt;br /&gt;
Und sie nimmt alle süßen Ecken mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Willst du die Jüngerin Thaliens küren?&lt;br /&gt;
Sie offenbart, wenn sie mit dir im Bund ist,&lt;br /&gt;
was ihr Direktor für ein Schweinehund ist:&lt;br /&gt;
er wollt sie alle in Versuchung führen -&lt;br /&gt;
Das tät sie nie. (Fast nie.)&lt;br /&gt;
Es rinnt die Rede:&lt;br /&gt;
Von Proben, Premerieen, Klatscherein&lt;br /&gt;
Sie meistere Spiel und Sprache wie nur wenige,&lt;br /&gt;
sie spiele Olala und Iphigenie...&lt;br /&gt;
Soll die es sein -?&lt;br /&gt;
Beim Papa Rickelt! Süß in allen Phasen:&lt;br /&gt;
Sie liebt.&lt;br /&gt;
Und bringt dich zeitig untern Rasen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So geh, du Liebeswanderer, von Haus zu Haus.&lt;br /&gt;
Berlin ist groß.&lt;br /&gt;
Nun such dir eine aus!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &lt;a href=&quot;http://www.ingeb.org&quot;&gt;http://www.ingeb.org&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>JimPfeffer</dc:creator>
    <dc:subject>Kurt Tucholsky</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 JimPfeffer</dc:rights>
    <dc:date>2008-10-18T05:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jimpfeffer.twoday.net/stories/5180920/">
    <title>An einen Bonzen</title>
    <link>http://jimpfeffer.twoday.net/stories/5180920/</link>
    <description>&lt;i&gt;Kurt Tucholsky&lt;/i&gt;    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einmal waren wir beide gleich.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide: Proleten im deutschen Kaiserreich.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide in derselben Luft,    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
beide in gleicher verschwitzter Kluft;    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieselbe Werkstatt  derselbe Lohn     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
derselbe Meister  dieselbe Fron     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
beide dasselbe elende Küchenloch ...        &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genosse, erinnerst du dich noch?         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber du, Genosse, warst flinker als ich.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dich drehen  das konntest du meisterlich.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir mußten leiden, ohne zu klagen,    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber du  du konntest es sagen.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kanntest die Bücher und die Broschüren,    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wußtest besser die Feder zu führen.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Treue um Treue  wir glaubten dir doch!        &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genosse, erinnerst du dich noch?         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist das alles vergangen.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nur durchs Vorzimmer zu dir gelangen.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du rauchst nach Tisch die dicken Zigarren,    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
du lachst über Straßenhetzer und Narren.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weißt nichts mehr von alten Kameraden,    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wirst aber überall eingeladen.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du zuckst die Achseln beim Hennessy    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und vertrittst die deutsche Sozialdemokratie.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du hast mit der Welt deinen frieden gemacht.         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hörst du nicht manchmal in dunkler Nacht    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine leise Stimme, die mahnend spricht:        &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Genosse, schämst du dich nicht ?«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle:  &lt;a href=&quot;http://www.textlog.de&quot;&gt;http://www.textlog.de&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>JimPfeffer</dc:creator>
    <dc:subject>Kurt Tucholsky</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 JimPfeffer</dc:rights>
    <dc:date>2008-09-10T05:00:00Z</dc:date>
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