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Stefan Offenbecher

Montag, 15. Juni 2009

KURZ VOR 12

Stefan Offenbecher

Es war schon spät
als ich wieder durch
den Straßenzug blickte
und die Laternen
grüne Schatten warfen.

Irgendwo luden
mich Bars zum letzen
Drink des Abends ein
und winkten
wie neulich mit weißen
Flaggen aus den Türen.

Ein paar Verrückte
kamen vorbei
und sangen lauthals
80iger Jahre Lieder,
die ich kannte.

Ich wollte schon fast
die Fenster öffnen,
und hinunterspringen,
als mir einfiel, dass ich
gar nicht singen konnte.

http://derbauchschreiber.wordpress.com/2009/

Dienstag, 13. Januar 2009

KONTRASTSTRÖME

Stefan Offenbecher

Ein Kind von dieser Welt zu sein,
das warf stets Fragen in mir auf.
Ich sagte ja und meinte nein,
die Folgen nahm ich mit in Kauf.

Mit zwanzig schossen die Gedanken
aus völlig andrer Perspektive,
geschlossen blieben viele Schranken,
aus Verben wurden Konjunktive.

Wie all die Zeit uns weiter trägt!
Es strömten aus mir bald Kontraste,
ich spürte förmlich, „wie es sägt“,
und suchte nach der Aus-Stopp-Taste.

Die fand ich nicht, das war mein Glück,
ergriffen längst von Widersprüchen,
blieb ich bloß Teil von einem Stück,
als Ganzes unterm Strich von Brüchen.

http://derbauchschreiber.wordpress.com/2009/

Samstag, 10. Januar 2009

SEHNSUCHT NACH STILLE

Stefan Offenbecher

Im Kampf
der lauten Stimmen,
entschwand dir
dieses Flüstern
mit dir, da will ich sein.

So sag doch,
leis und lautlos -
wie kannst du
mich denn hören.

Vielleicht nur ganz
im Stillen
kann Sehnsucht
dies beschwören.

http://derbauchschreiber.wordpress.com/2009/

Donnerstag, 8. Januar 2009

IN DEN STERNEN

Stefan Offenbecher

Siehst Du,
wie die Sterne sich
fallen lassen wollen -
in meine Hände.

Werden sie verzeihen,
wenn ich ihr Funkeln
einer anderen Welt
untertan mache.

Ob sie sich je
erden können,
ohne den Himmel
zu vermissen.

http://derbauchschreiber.wordpress.com/2009/

Mittwoch, 7. Januar 2009

IM BETT UNSERER ZEIT

Stefan Offenbecher

Ich breche nicht mehr
das Eisen,
selbst die Hure in mir
vertraut deiner Hand.

Auch das Reisen
hat Rast gemacht,
vergisst das Fernweh
im Bett unserer Zeit.

Es brennt noch
im Glanz meiner Augen,
doch nimmt es
nicht mehr eilig
und achtlos reißaus.

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Sozialkritische Gedichte

Lyrik Art, Jim Pfeffer

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